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BERLINER MORGENPOST

February 25, 2014

Gesundheits-Startup

App soll die Wartezeit beim Arzt verkürzen

Die Umsätze mit Gesundheits-Apps werden sich in den nächsten Jahren mehr als verdreifachen. Das ist eine Perspektive für Start-ups im digitalen Gesundheitswesen, deren Zahl rapide steigt.

25.02.2014, 07:00 Uhr

Jürgen Stüber

Immer mehr Berliner Start-ups entwickeln Geschäftsideen im Gesundheitswesen. Ein wachsender Markt: Prognosen erwarten allein für mobile Anwendungen im Gesundheitswesen eine rasante Umsatzentwicklung – mit einer Steigerung von 6,9 Milliarden Dollar in diesem Jahr auf 23 Milliarden im Jahr 2017. Dabei entfallen knapp zwei Drittel auf digitale Anwendungen zur Überwachung von Vitalfunktionen und Patientenwerten, so die von Peppermint Ventures präsentierte Studie.

Solche Zahlen sind ein Motor der Berliner eHealth-Szene. Seit nunmehr zwei Jahren organisieren Juliane Zielonka, Ulrike Anders und Tobias Neisecke regelmäßig Treffen für Berliner Gesundheits-Start-ups. Sie sind Teil eines 2007 im Silicon Valley gegründeten globalen Netzwerks, dem mittlerweile 90 lokale Gruppen angehören. Die Initiative Health2.0Berlin zählt inzwischen 450 Mitglieder. Die Treffen der Gruppe dienen zum Aufbau eines Netzwerkes: Gründer stellen dort ihre Ideen vor. Investoren und andere Experten geben Rat.

Drei Gründer stellten beim jüngsten Treffen des Netzwerks ihre Konzepte vor – zum Beispiel Rudolf King, der den Prototypen einer Alarm-App für Betreuer und Verwandte älterer Menschen präsentierte. Die App Swift Alarm registriert mit Hilfe des Beschleunigungssensors im Smartphone, wenn der Nutzer stürzt. Dann sendet sie automatisch eine SMS an einen vorher eingestellten Empfänger. Für King ist das erst der Anfang. Er will über eine Schnittstelle Puls- und Blutzuckersensoren in das Programm integrieren. Später soll es auch einen Notfalldienst geben. In einem weiteren Schritt will er seinen Dienst mit einer Internet-Armbanduhr verbinden.

App für den papierlosen Operationssaal

Matthias Reyle-Hahn ist Arzt in einem Krankenhaus und will Papier aus dem Operationssaal verbannen. Narkoseärzte müssen während Operationen umfangreiche Dokumentationen schreiben. Dazu hat Reyle-Hahn die iPad-App Sandman.MD für den Narkosearzt entwickelt, die ihm diese Arbeit abnimmt und Krankenhäusern lesbare und kostengünstige Dokumentationen zur Verfügung stellt. Für die Zukunft plant Reyle-Hahn, der seit zwei Jahren an dem Projekt arbeitet, die App über eine Schnittstelle mit Monitoren zu verbinden, damit Messwerte sekundengenau einfließen.

Die iPad-App Doc Cirrus will die Kommunikation zwischen Arzt und Patient verbessern und die Terminplanung in der Praxis optimieren. Patienten sehen auf ihrem Smartphone ihre Wartezeit, die sie dann im Café verbringen oder zum Einkaufen nutzen können. Diese Anwendung ist die erste Entwicklungsstufe. Der Berliner Gründer Philipp Butscher will das gesamte Abrechnungswesen einer Arztpraxis in die App verlagern. Die App ist noch in der Entwicklung. Testzugänge können auf der Webseite beantragt werden.

#schutzengel #morgenpost #berliner #presse #swiftalarm

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