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Ruth rockt


Die 95-jährige Ruth Megary sitzt mir gegenüber auf einem kleinen Bänkchen, es ist spät geworden. Sie ist in einen Leopardenmantel gehüllt, scheint trotz der Kälte in einer ganz und gar nicht lauen Oktobernacht aber nicht zu frieren. Es ist Freitagabend und wir befinden uns vor der Nachtkantine in München, wo sie gerade eben noch bei „RockAgainstRape“ auf der Bühne stand.

„Ich mache das seit 75 Jahren – ohne Unterbrechung“, sagt die zierliche, dennoch robust wirkende Dame vor mir. Es gelingt ihr nicht, den Stolz, den sie bei dieser Aussage empfindet, zu verbergen. Zu Recht, das muss ich zugeben: Ruth Megary übertrifft seit unserem heutigen Kennenlernen jede meiner Erwartungen. Die Schwabingerin (Anmk.: Stadtteil in München) ist seit 75-Jahren Sopran-Sängerin. Sie sang für die Aliierten, für das Theater- und Opernpublikum, ja sogar im Fernsehen – und heute trat sie gegen Vergewaltigung auf. Warum? Diese Frage stelle ich ihr zuerst, sie brennt mir unter den Nägeln: „Ja, weil der Ali Khan mich gefragt hat“, antwortet Ruth wie aus der Pistole geschossen und grinst mich an. Dumme Frage, ich präzisiere, um endlich eine Antwort auf die Frage zu bekommen, die mich schon herumtreibt, seit ich das RockAgainstRape Plakat gesehen habe: Warum engagiert sich eine 95-jährige Opernsängerin bei einer Rock Veranstaltung gegen Vergewaltigung? Die Antwort liegt für die sympathische und direkte Ruth auf der Hand: „Das Thema ist mir ein Anliegen, auch wenn ich zum Glück nie selbst betroffen war.“ Während sie das sagt erhebt sie ihren Zeigefinger. Nicht, um mich zu ermahnen, sondern um dem Gesagten mehr Gewicht zu verleihen.

Generell verfügt Ruth Megary über eine einmalige Mimik und Gestik, was nicht nur mir aufgefallen ist. Binnen weniger Bühnenminuten hatte sie das Nachtkantinenpublikum für sich eingenommen und wir staunten nicht schlecht, als sie gegen Ende ihres Auftritts zum Gesang ansetzte: Ruth Megary trällerte, wenn ich das so salopp sagen darf, wie ein junges Vögelchen. Das Publikum war begeistert, Ruth wurde mit Standing Ovations von der Bühne begleitet, posierte danach geduldig für Fotos und tanzte in ihrem Leopardenmäntelchen zu Rockmusik durch die Nachtkantine. Keine Frage: Sie ist eine Showfrau – durch und durch. „Ich war eine der ersten in Deutschland, die Rock'n'Roll Musik gemacht hat“, zwinkert Ruth mir zu, „allerdings waren wir noch ein bisserl leiser.“Es ist laut in der Nachtkantine. Kein Wunder, schließlich sollte heute Abend genau denjenigen eine laute Stimme gegeben werden, die selbst nicht gehört werden. Ruth und ich sitzen immer noch vor der Tür. Den Auftritt von Paul Rose, Ali Khan und Bono verpassen wir zwar, allerdings hören wir die Rock-Akkorde selbst hier draußen noch recht gut. Ich nutze die Gelegenheit, um Ruth etwas besser kennenzulernen, mich mit ihr über ihr Leben sowie das Thema Vergewaltigung zu unterhalten. Wir haben Spaß bei RockAgainstRape, amüsieren uns, die Stimmung ist ausgelassen. Gegen halb elf bittet sie mich dennoch, ihr ein Taxi zu rufen und verabschiedet sich von mir: „Das ist der beste Schutz gegen Vergewaltigung. Steig nie zu einem fremden Mann ins Auto.“ Recht hast Du, liebe Ruth. Danke für den schönen Abend bei „RockAgainstRape“.

Ruth Megary Fanpage auf Facebook.

Foto: Holger Enghardt

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